Dein Webhosting-Vertrag ist ausgelaufen, du möchtest den Anbieter wechseln oder deine Seite wurde vom alten Server entfernt? Kein Grund zur Panik. Wenn du Zugriff auf die WordPress-Dateien und auf die zugehörige Datenbank hast, kannst du deine Website ganz einfach auf einem neuen Server wiederherstellen.
In diesem Beitrag erfährst du Schritt für Schritt, wie du deine WordPress-Installation erfolgreich umziehst – ohne Plugin, ohne Schnickschnack. Nur mit Bordmitteln.
Wann solltest du deine WordPress-Seite manuell wiederherstellen?
Eine manuelle Wiederherstellung ist sinnvoll, wenn:
- der bisherige Hoster gekündigt wurde oder nicht mehr erreichbar ist,
- du keine Admin-Zugänge mehr zur alten Seite hast,
- du ein vollständiges Backup aus Dateien (z.B. per FTP) und Datenbank-Export (z.B. über phpMyAdmin) hast.
Was brauchst du um deine WordPress Webseite umzuziehen?
Damit du deine Seite wieder online bekommst, brauchst du die vollständige Sicherung deiner Webseite sowie einen Ort, an dem du die Webseite installieren kannst – beispielsweise einen Webserver von Strato, 1&1 oder einem anderen Webhosting-Anbieter.
Vollständige Sicherung aller Webseitendaten
Typischerweise liegen diese in einem ZIP-Archiv oder direkt als FTP-Backup vor. Wichtige Ordner sind z. B.:
/wp-content/uploads/(deine Medien)/wp-content/themes/(dein Theme)/wp-content/plugins/(deine Plugins)
Die Sicherung der MySQL-Datenbank
Ein Export deiner MySQL-Datenbank – meist als .sql oder .sql.gz. Enthält alle Inhalte, Einstellungen, Seiten und Beiträge.
Neuer Webspace mit Datenbankzugang
Außerdem brauchst du einen Webspace inklusive Datenbank. Der Webspace muss öffentlich erreichbar sein.
So ziehst du deine Webseite mithilfe der Datensicherung auf einen neuen Webspace um
1. Dateien auf den neuen Server laden
Verbinde dich per FTP mit deinem neuen Webspace (z. B. mit FileZilla). Lade alle WordPress-Dateien in das gewünschte Verzeichnis (meist /htdocs oder /public_html).
Falls du ein ZIP-Archiv hast, entpacke es direkt am Server, wenn dein Anbieter das erlaubt.
2. Neue Datenbank erstellen und importieren
Logge dich ins Kundenpanel deines neuen Hosters ein und erstelle eine neue MySQL-Datenbank. Notiere dir:
- Datenbankname
- Benutzername
- Passwort
- Server (z. B.
localhostoder spezifisch für deinen Anbieter)
Danach importierst du deinen .sql-Export (z. B. über phpMyAdmin oder Adminer) in die neue Datenbank.
3. Die wp-config.php anpassen
Öffne im Hauptverzeichnis die Datei wp-config.php. Hier müssen die Datenbank-Zugangsdaten angepasst werden:
define( 'DB_NAME', 'neuer_datenbankname' );
define( 'DB_USER', 'neuer_user' );
define( 'DB_PASSWORD', 'neues_passwort' );
define( 'DB_HOST', 'localhost' ); // ggf. anpassen
Tipp: Falls sich die Domain geändert hat, ist das noch kein Problem: das lösen wir im nächsten Schritt.
4. Domain anpassen (falls nötig)
Wenn deine Website unter einer neuen Domain läuft, musst du die URLs in der Datenbank aktualisieren. Das geht z. B. per Plugin (z. B. Better Search Replace) oder manuell:
Öffne die Datenbank (z. B. in phpMyAdmin) und führe folgende SQL-Befehle aus:
UPDATE wp_options SET option_value = 'https://neue-domain.de' WHERE option_name = 'siteurl' OR option_name = 'home';
Optional: Suche auch in wp_posts, wp_postmeta und wp_usermeta nach alten URLs – z. B. mit einem Search & Replace-Tool oder direkt per SQL.
5. Testen, dann bist du fertig
Rufe deine neue Domain auf. Läuft alles? Sehr gut! Falls nicht:
- Weiße Seite?
wp-config.phpöffnen unddefine('WP_DEBUG', true);setzen - Fehlende Bilder?
wp-content/uploads/nochmal prüfen - 404-Fehler? In WordPress unter Einstellungen > Permalinks einfach einmal speichern. Du musst hier nichts verändern, nur ein mal speichern
Das Wichtigste zusammengefasst
Du brauchst: Dateien + Datenbank
Du machst: Dateien hochladen, Datenbank importieren, wp-config.php anpassen, Domain ggf. ändern
Du bekommst: Deine Seite, wie sie vorher war – nur beim neuen Hoster!
Du hast Fragen zum Umzug oder willst das Ganze lieber abgeben? Kein Problem, wir helfen dir gern beim WordPress-Umzug. Melde dich einfach bei uns!

